»Afrika Film Festival«, Fokus: Landgrabbing und Migration (5): The Shore Break

Cinema & Kurbelkiste
26.09.2017 - 19:00

Der Film illustriert beispielhaft, wer von Landgrabbing profitiert und wer die Folgen davon zu tragen hat

Mit der Aktivistin Nonhle Mbuthuma

Die Region Amadiba ist eine atemberaubenden Küstenlandschaft am Indischen Ozean in Südafrika. Dort pflegen die Pondo seit Jahrhunderten ihren traditionellen Lebensstil. Nonhle Mbuthuma ist eine Pondo, bietet Öko-Touren an und kämpft gegen ein Bergbauprojekt, das die Natur zu zerstören droht, von der die Lebensgrundlagen und die Kultur der Pondo abhängen. Sie erhält deshalb Todesdrohungen. Ihr Cousin Madiba hingegen unterstützt als Geschäftsmann und selbsternannter Modernisierer sowohl den Plan eines australischen Konzern an der Küste eine Titan-Mine zu betreiben, als auch den der ANC-Regierung, eine Schnellstraße durch die Gegend zu bauen.

Der Film illustriert beispielhaft, wer von Landgrabbing profitiert und wer die Folgen davon zu tragen hat. Die südafrikanische Presse zeigte sich begeistert und lobte nicht nur die großartigen Landschaftsaufnahmen, den reichhaltigen Soundtrack und die meisterhafte Erzählweise dieses dokumentarischen Meisterwerks, sondern bemerkte auch: „Geschichten wie diese spielen sich heute in allen Teilen der Erde ab. Es ist ermutigend zu sehen, dass die Bewohnenden von Nonhles Dorf nicht so unbedarft sind, für einen kurzfristigen Geldsegen ihre Lebensweise auf Dauer zu opfern.“

 

Zu Gast im Cinema: Nonhle Mbuthuma ist Menschenrechtsaktivistin aus Südafrika. In der Xolobeni Region der südafrikanischen Provinz Eastern Cape kämpft sie gegen Landraub und Umweltzerstörung sowie für die Anerkennung indigener Landrechte. Sie gehörte 2007 zu den Gründern des Amadiba Crisis Committee (ACC), das versucht, die Zerstörung der Wildcoast zu verhindern. Schon 2008 erhielt Nonhle Mbuthuma erste Todesdrohungen, seitdem regelmäßig. Am 22. März 2016 wurde ihr Kollege Sikhosiphi Bazooka Radebe, der Vorsitzende des ACC, auf bislang ungeklärte Weise ermordet. Trotzdem setzt Nonhle Mbuthuma ihr Engagement gegen Landgrabbing fort.