Ruth Beckermanns Film basiert auf dem fast 20-jährigen Briefwechsel zwischen der Dichterin Ingeborg Bachmann und dem Dichter Paul Celan.
Text in Szene – gemeinsam mit der Duisburger Filmwoche – Freifläche
Montag, 4. Mai 2026 | Schloßtheater | 19:00 Uhr
Die wechselvolle Beziehung der beiden Schriftsteller:innen Ingeborg Bachmann und Paul Celan ist eine der bewegendsten Liebesgeschichten der Nachkriegszeit, festgehalten in den fantastischen Briefen der beiden. Ein Film über den Rausch der Gefühle, Entzücken und Erschrecken, Verlustangst, Nähe und Fremdheit – über Liebe damals und Liebe heute.
Regie: Ruth Beckermann, Österreich 2016, 89 min., FSK ab 0, mit Anja Plaschg, Laurence Rupp, Deutsche Originalversion
Als Porträt einer großen und schwierigen Liebe im Schatten des größten Gewaltexzesses des 20. Jahrhundert gelingt Beckermann das Kunststück eines Films, der sich leichten Schrittes zwischen Gegenständen großer Schwere bewegt. Sebastian Markt/Perlentaucher.de
Die dramatische, rauschhafte, aber auch unendlich traurige Liebesgeschichte zwischen Bachmann und Celan beginnt 1948, als sie 22 und er 27 Jahre alt ist, und sie endet mit dem Suizid Celans 1971 in Paris. Für Ingeborg Bachmann ist es die große Liebe ihres Lebens, und doch hört sie nie auf, in ihm den Fremden zu sehen und ein bisschen wohl auch zu fürchten: einen Juden aus Czernowitz, dessen Eltern im Holocaust umgekommen sind, während sie selbst nichts dergleichen erlebt hat. Sie liebt ihn und stößt an Grenzen, an ihre eigenen und an seine. Es geht nicht immer nett zu in diesen packenden Briefen. In einem Moment des Zweifels fragt sie: „Sind wir nur die Geträumten?“
Zwei junge Schauspieler, Anja Plaschg und Laurence Rupp, treffen sich in einem Tonstudio, um daraus zu lesen. Die dramatisch schwankenden Gefühle der Briefe – zwischen Rausch und Verlustangst, Entzücken und Erschrecken, Nähe und Fremdheit – gehen auf die Schauspieler über. Aber sie amüsieren sich auch, streiten, rauchen, reden über Tattoos und Musik. Ob die Liebe damals oder die Liebe heute, ob Inszenierung oder Dokumentation: Wo die Ebenen verschwimmen, schlägt das Herz des Films. (Quelle: Grandfilm)