Um der patriarchalen, antifeminististischen Scheiße unsere Wut, aber auch unsere Solidarität entgegenzusetzen, rufen wir euch auf, am 8. März mit uns auf die Straße zu kommen. Entschlossen wollen wir zeigen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Unser Widerstand lebt davon, dass wir uns solidarisch zusammenschließen und uns gemeinsam Räume nehmen - jetzt mehr denn je!
Kommt mit uns auf die Demo "Solidarisch. Laut. Gemeinsam": STUBENGASSE / 14 UHR
Wider den antifeministischen Rollback
Tag ein Tag aus erleben wir, wie Angriffe auf feministische Errungenschaften massiv zunehmen. Rechte Parteien gewinnen an Einfluss, queerfeindliche Mobilisierungen nehmen zu, reproduktive Rechte werden wieder infrage gestellt, und die Kontrolle über Körper und Lebensweisen wird vermehrt politisches Programm.
In den USA könnten Menschen bald wegen eines Schwangerschaftsabbruchs auf Mord angeklagt werden, während Vergewaltiger, Frauenhändler und Pädophile ungeschoren davonkommen oder gar in Regierungen sitzen. Auch transfeindliche Gesetzgebungen und die faktische Einschränkung des Wahlrechts für FLINTA* gehören zum Paket.
Unter fundamentalistisch-religiösen Regimes wie in Iran ist die Unterdrückung von Frauen und Queers höchstes Gebot, Protest und Widerstand der Menschen soll durch die Instrumentalisierung sexualisierter, geschlechtsspezifischer Gewalt gebrochen werden. Die Frauenbewegung in Rojava muss seit Anfang des Jahres erneut um den Erhalt der Errungenschaften ihrer Revolution kämpfen, die gegen patriarchale Strukturen und für die Befreiung und Selbstbestimmung der Frauen eintritt.
In Putins Russland gelten Feminismus und die LGBTIQ*-Bewegung als "extremistische Ideologie". Cis-Männer bieten in Deutschland ihre Partnerinnen zur Vergew*ltigung an, Tausende beteiligen sich daran, noch mehr wären dazu bereit. Aber statt patriarchale Gewalt zu adressieren, wird rassistisch von einem „Problem mit dem Stadtbild“ gesprochen.
Diese Entwicklungen schreiten mit schamloser Gewalt voran und erscheinen oft unaufhaltsam. Aber wir können uns ihnen entgegenstellen. Es ist Zeit, dass die Scham die Seite wechselt!
Eure Tradition ist nicht unsere Zukunft
Nicht zufällig geht der Aufschwung der Neuen Rechten mit einem verstärkten Hass auf feministische und queere Bewegungen einher. Antifeminismus fungiert als ideologischer Kitt, der autoritäre, fundamentalistisch-religiöse und reaktionäre Kräfte verbindet und bis in die sogenannte "bürgerliche Mitte" ragt.
Der gegenwärtige antifeministische Rollback entsteht nicht im luftleeren Raum. Er ist eine Reaktion auf die realen Widersprüche und Krisen der bestehenden Gesellschaft.
In einer Welt, die von Konkurrenz, Unsicherheit und sozialen Zerfallsprozessen geprägt ist, erscheint die Rückkehr zu festen Rollen und klaren Identitäten als Versprechen von Stabilität. Die patriarchale Familie, die Nation und die binäre Geschlechterordnung werden zu Symbolen einer vermeintlich verlorenen Sicherheit.
Doch diese Ordnung existiert nur durch Ausschluss und Gewalt. Sie kann nur bestehen, indem sie diejenigen angreift, die nicht in sie passen. Ihre "Sicherheit" ist unser Albtraum!
Queere Rechte verteidigen
Besonders deutlich zeigt sich diese Dynamik in den Angriffen auf trans und nichtbinäre Menschen.
Ihre Existenz stellt die Vorstellung infrage, dass Geschlecht eine feste, natürliche Grundlage sozialer Ordnung sei. Gerade deshalb werden sie zur Zielscheibe politischer Kampagnen und gesellschaftlicher Gewalt.
Ein Feminismus, der diese Angriffe nicht ins Zentrum seiner Kritik stellt, verfehlt seinen eigenen Anspruch.
Die Verteidigung und Durchsetzung der Selbstbestimmung von trans und queeren Menschen ist kein Randthema. Sie berührt den Kern der feministischen Kritik: die Ablehnung einer Gesellschaft, die Menschen auf feste Identitäten reduziert und diese mit Gewalt durchsetzt.
Patriarchat & Kapitalismus - it's a love story
Auch wenn Patriarchat nicht im Kapitalismus aufgeht, sind beide heute eng miteinander verflochten. Die kapitalistische Gesellschaft ist auf die Reproduktion des Lebens angewiesen: auf Pflege, Erziehung, emotionale Unterstützung und Sorgearbeit. Doch diese Tätigkeiten sind nicht ihr Ziel. Sie werden an den Rand gedrängt, unsichtbar gemacht oder schlecht bezahlt – obwohl ohne sie kein gesellschaftliches Leben möglich wäre. Historisch und bis heute wird diese Arbeit vor allem Frauen und Queers zugeschrieben. Ein Teil der Gesellschaft wird somit systematisch für die Aufrechterhaltung des Lebens verantwortlich gemacht wird, während gleichzeitig ökonomische und soziale Macht ungleich verteilt bleibt. Eine Kritik der bestehenden Gesellschaft, die diese patriarchalen Strukturen ignoriert, bleibt unvollständig. Ebenso bleibt ein Feminismus unzureichend, der die materiellen Bedingungen von Herrschaft nicht angreift. Selbstbestimmung ist nicht nur eine Frage von Anerkennung, sondern eine Frage der gesellschaftlichen Verhältnisse, die sie ermöglichen oder verhindern. Gerade deshalb darf Feminismus nicht nur Verteidigung sein. Wir wollen diese Verhältnisse zu Fall bringen, die auf Unterordnung und Zwang beruhen.
Feminism is our weapon - für die befreite Gesellschaft
Feminismus verweist auf die Möglichkeit einer anderen Gesellschaft: einer Gesellschaft, in der Sorgearbeit nicht unsichtbar und abgewertet ist, sondern gemeinsam organisiert wird und im Zentrum steht. Einer Gesellschaft, in der Menschen nicht über Geschlecht, Herkunft oder Funktion definiert werden. Einer Gesellschaft, in der Identität nicht Zwang ist, sondern Möglichkeit.
Die befreite Gesellschaft ist keine ferne Utopie. Sie zeigt sich bereits heute überall dort, wo Menschen beginnen, sich den bestehenden Zwängen zu widersetzen und solidarische Formen des Zusammenlebens zu entwickeln.
Schließt euch dem kämpferischen feministisch-antifaschistischen Block an! Gegen Patriarchat und Kapital. Gegen antifeministischen Rollbackund rechte Mobilisierung. Für Selbstbestimmung, Solidarität und eine Gesellschaft, in der alle ohne Angst verschieden sein können. Für die befreite Gesellschaft.
(Fantifa, ALM, Eklat)