„Eine gefangene Frau“ mit Podiumsdiskussion im Anschluss

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Podiumsdiskussion mit Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter, DGB Jugend, ver.di Bezirksfrauenrat Münsterland, Amnesty International Anti-Folter Gruppe

Zahllose Menschen leben weltweit in moderner Sklaverei unter menschenunwürdigen Bedingungen. Marish ist eine von ihnen.

EINE GEFANGENE FRAU handelt von Marish, einer 52-jährigen Ungarin, die ein Jahrzehnt lang einer Familie dient – bei 20-Stunden-Arbeitstagen und ohne Arbeitslohn. Ihre Unterdrücker, konfiszieren ihre Ausweispapiere und sie darf das Haus nur mit ausdrücklicher Erlaubnis verlassen. Sie behandeln sie wie ein Tier, geben ihr nur Essensreste und kein Bett zum Schlafen. Marish fristet ihr Dasein in ständiger Angst, träumt jedoch davon, ihr Leben zurückzuerlangen.
Die Präsenz der Kamera hilft ihr zu begreifen, dass sie nicht völlig auf sich allein gestellt ist. Sie beginnt Vertrauen zu fassen; nach zwei Jahren Dreh sammelt sie ihren ganzen Mut zusammen und enthüllt ihren Plan: „Ich werde fliehen“.
»Ich erzähle die Geschichte von innen heraus. Obwohl es sehr unangenehme und beängstigende Dreharbeiten waren, fühle ich mich zutiefst geehrt, dass ich Marish kennenlernen durfte und eine in Not geratene Person es mir gestattet hat, ihren Kampf um Würde festzuhalten. Ich glaube, dies wird den Zuschauern helfen, das Konzept häuslicher Sklaverei zu verstehen, und mein Film soll ihnen für die Existenz dieses gravierenden sozialen Missstands die Augen öffnen.
Marishs Geschichte zeichnet das verstörende Bild einer Gesellschaft, die sich ihrer Werte unsicher ist, in der Menschenwürde leicht zu einer Ware verkommt. Sie gibt uns aber auch Hoffnung, weil sie zeigt, dass, wenn Menschen einander Aufmerksamkeit schenken, dies Leben retten kann.« (Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter)

Trailer: filmstarts.de/kritiken/261600/trailer/19568091.html

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