Darum geht's: Auch im Jahr 2025 haben erneut Zehntausende Menschen versucht, das Mittelmeer zu überqueren. Knapp 2.000 von ihnen kamen dabei ums Leben, über 25.000 wurden nach Libyen zurückgebracht - in Lager, in denen Folter und Gewalt alltäglich sind. Libysche Milizen griffen Rettungsschiffe an, Italien erschwerte die zivile Seenotrettung weiterhin massiv. Gleichzeitig gerät dieses Thema zunehmend aus dem Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.
In seinem Vortrag in Münster berichtet Kai Echelmeyer, erfahrener Seenotretter und Vorstandsmitglied von Sea-Eye, von seinem letzten Einsatz auf der SEA-EYE 5. Die Crew konnte 57 Menschen aus einem überfüllten Holzboot retten, in das bereits seit Stunden Wasser eindrang. Anhand von aufbereitetem Bildmaterial gibt er einen persönlichen und eindrücklichen Einblick in einen konkreten Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer.
Ausgehend von diesen Erfahrungen schildert er zudem die aktuellen Herausforderungen der zivilen Seenotrettung: von bewaffneten Milizen über politische Blockaden bis hin zu weit entfernten Anlandehäfen.
Im Anschluss an den Vortrag bleibt ausreichend Zeit für Fragen und Austausch.
Zum Referenten:
Kai Echelmeyer ist 31 Jahre alt und stammt aus dem Münsterland. Heute lebt er in Köln. Für Sea-Eye war er bereits viermal selbst im Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer und engagiert sich seit 2019 in verschiedenen Funktionen innerhalb der Organisation – aktuell als ehrenamtliches Vorstandsmitglied und Einsatzkoordinator.