Diskussionsreihe "Begegnungen mit dem Staat: Zwischen Kontrolle und Ausschluss", 1. Termin

Bild
Datum
-

Veranstaltungsreihe des studentischen AK Kritische Geographie und der AG Kritische Stadtgeographie:

Wie beeinflussen staatliche Institutionen den Alltag der Menschen? Besonders wenn der Staat bestimmte Bevölkerungsgruppen bestraft, kontrolliert oder exkludiert, werden Antworten auf diese Frage besonders klar erkennbar. Die Diskussionsreihe dieses Semesters setzt sich mit diesem Themenkomplex auseinander und fragt danach, warum und wie Bevölkerungsgruppen dem Staat unterschiedlich begegnen und welche Auswirkungen diese Begegnungen für Betroffene haben. Anhand der zwei zentralen Themen von (Abschiebe-)Haft und Exklusion von Wohnraum diskutieren wir gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, wie vor allem prekarisierte Gruppen vom Staat und seinen Politiken betroffen sind und wie staatliche Institutionen Marginalisierung und Prekarisierung (re)produzieren.

In der ersten Veranstaltung haben wir Dr. Anna Schliehe eingeladen, die uns was zum Thema der Carceral Geographies erzählt, und den Verein "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.". Dieser Termin findet am 02.06.2026 im Lernatelier im GEO1 statt und ist Teil der Aktionstage "Wissenschaft gegen Faschismus".  Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

Mehr Infos zum Termin: Das Feld der 'Carceral Geographies' beschäftigt sich tiefgehend mit Gefangenschaft - dabei geht es um individuelle Erfahrungen des Eingeschlossenseins. Aber es geht auch um mehr, nämlich um ein Verständnis dessen, wie geographische Anordnungen im Strafvollzug den Einzelnen und auch die Gesellschaft an sich prägen. Es geht um das Verstehen eines nationalen und internationalen Umgangs mit Randgruppen, mit der Sicherung nach Innen und Außen und mit der Erstellung von Grenzen im Zusammenwirken vermehrt strafenden und sichernder Justiz. In die derzeitige Praxis geschlossener Institutionen, von z.B. Gefängnissen, wirkt vermehrt auch ein Bestreben nach maximaler Sicherheit in anderen Bereichen, wie der Grenzsicherung. In diesem Vortrag soll es um eine Vorstellung des Forschungsbereichs der 'Carceral Geographies' gehen, der dann anhand der momtanen Lage des Justizvollzugs in Deutschland und besonders in NRW noch konkretisiert wird: Wie ist es im Strafvollzug zu Forschen? Was erzählen Gefangene und Mitarbeiter*innen über ihre Erfahrungen? Und wie kann dies in international geführte Debatten eingeordnet werden, die sich zum Teil auch direkt mit der Abschaffung und damit der Beendigung von Systemen, Praktiken und Institutionen der Inhaftierung befassen?

Ein weiterer Termin der Reihe folgt am 16.06.2026.