LITFILMS Festival: Münster wird zum Treffpunkt für Film- und Literaturbegeisterte
Das LITFILMS Festival verwandelt Münster auch in seiner aktuellen Ausgabe in einen lebendigen Treffpunkt für Film- und Literaturbegeisterte. Mit einem dichten Programm aus hochkarätigen Kinoproduktionen, exklusiven Live-Events und einem starken Fokus auf den Filmnachwuchs schlägt das Festival eine Brücke zwischen geschriebenem Wort und bewegtem Bild. Das Schloßtheater und zahlreiche weitere Kulturorte der Stadt werden vom 18. bis 27. September zur Bühne für internationale Geschichten und regionale Entdeckungen.
Im Mittelpunkt steht der Wettbewerb „Literaturadaption“, in dem sechs neue Spielfilme um den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis konkurrieren. Das Spektrum reicht von der klassischen Novelle über zeitgenössische Romane bis hin zur modernen Tragödien-Interpretation. Neben dem Eröffnungsfilm Drei Kameradinnen von Milena Aboyan geht mit Three Goodbyes der neue Film der baskischen Regisseurin Isabel Coixet ins Rennen, ebenso wie ein Publikumspreisgewinner aus Cannes, das britische Ensembledrama I See Buildings Fall Like Lightning von Clio Barnard. Es gibt die seltene Gelegenheit, einen Spielfilm komplett auf Walisisch zu erleben, mit der zeitgenössischen Iphigenie-Adaption Effi o Blaenau sowie den neuen Film des niederländischen Oscar-Preisträgers Mike van Diem, Our Girls mit Thekla Reuten. Komplettiert wird der Wettbewerb mit der Deutschlandpremiere von Late Fame mit Willem Dafoe, der eine Schnitzler-Novelle gekonnt in die New Yorker Künstlerbohème verlegt.
Eine Premiere feiert der neue Wettbewerb „LIT.shorts“: Die Kurzfilme setzen sich auf unterschiedlichste Weise filmisch mit Literatur auseinander, vom Poesiefilm bis zur experimentellen Doku. Hier bestimmen die Zuschauer:innen per Publikumsvoting über den besten Kurzfilm, der mit 500 Euro und einer professionellen Untertitelung für ein Folgeprojekt prämiert wird, beides gestiftet von der Untertitel-Werkstatt Münster.
Die Dokumentarfilmreihe „LIT.dok“ beleuchtet das literarische Schaffen und seine gesellschaftliche Sprengkraft. Neben biografischen Porträts über Ikonen wie George Orwell oder Salman Rushdie stehen Debatten über Zensur und Autorenschaft im Fokus. Anlässlich des bevorstehenden 80. Geburtstags der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek im Oktober widmet das Festival der Autorin eine vier Filme umfassende Hommage. Gezeigt werden exklusive Previews und restaurierte Klassiker, an denen Jelinek als Romanautorin oder Drehbuchautorin beteiligt war.
Abseits der Kinoleinwand erwacht das Festival durch Filmlesungen und Live-Performances zum Leben. Bekannte Persönlichkeiten wie die Schauspielerin Judith Hoersch, Drehbuchautor Constantin Lieb oder das Podcast-Duo Anja Rützel & Annika Brockschmidt präsentieren ihre Werke und frische Perspektiven in der Stadt. Zudem feiert das Festival die Ergebnisse seiner Nachwuchsarbeit: In kreativen und inklusiven Workshops entstanden im Vorfeld Kurzfilme und Graphic Novels, die nun Premiere feiern.
Für Fachbesucher:innen bietet der „Netzwerktag Drehbuchadaption“ unter dem Motto „Die Kunst der Transformation“ Panels, Keynotes und Pitchings zum Transfer vom Buch zum Film. Abgerundet wird das Programm durch die Werkschau des „Artists in Residence“-Duos Aïsha Noomi Stief und Conrad Dreyer, die in 14+1 Kurzfilmen und Texten unseren zukünftigen Alltag mit KI und Robotern reflektieren.