Zwei Filme, die einen sensiblen Zugang zum Phänomen der Grenzenlosigkeit eröffnen, indem sie vermeintlich unzusammenhängende Landschaften
zu ganz eigenen Montagen collagieren.
Die Filmtage Cinema Ost. Osteuropa im Spiegel des Films gehen nun schon in die vierte Runde. Sie haben sich in Münster als erfolgreiches Kulturprojekt etabliert.
Kathrin Jahrreiss begibt sich auf eine sehr persönliche Spurensuche, die ein komplexes Bild einer deutsch-jüdischen Familie über drei Generationen in mehreren politischen Systemen zeichnet.
Regie: Kathrin Jahrreiss, Deutschland 2024, 110 min., FSK 12, Deutsche Originalversion
Derr Dokumentarfilm begleitet eine bi-nationale Familie über einen Zeitraum von mehreren Dekaden. Zu einer Zeit, als Ehen zwischen Afrikaner:innen und Europäer:innen noch die große Ausnahme waren, heiratete die Wuppertalerin Hanna Lamm in den 1950ern ihren Mann Joseph Adomako und folgte ihm ein paar Jahre später, nach der Unabhängigkeit der Goldküste, ins neue Ghana. Von Migration sprach man damals nicht. Doch das Thema Migration begleitet die Familie bis heute.
Regie: Christoph Felder, Deutschland 2022, 95 min., FSK o.Ang., Deutsche Originalversion
Vier Abschlussfilme von Absolvent:innen des internationalen Masterstudiengangs Visual Anthropology, Media and Documentary Practices der Universität Münster. In den Filmen geht es unter anderem um die persönliche Suche nach einer vergessenen Familiengeschichte in Südindien, kreative Transformation nach Inhaftierungserfahrungen, rituelle Tätowierungspraktiken in Thailand und Geschlechternormen in den Niederlanden. | Omengl.U, 90 min, 10,-/6,-
In Kooperation mit Cinema & Kurbelkiste laden wir Euch herzlich zur Vorführung des Films „Kara Kafa“ von Korhan Yurtsever ein. Nach dem Film möchten wir die Gelegenheit nutzen, gemeinsam über den Film ins Gespräch zu kommen.
𝗞𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻𝗺𝗮𝗴𝗻𝗲𝘁 𝘃𝗼𝗻 𝟭𝟵𝟮𝟳: 𝗞𝘂𝗹𝘁𝗳𝗶𝗹𝗺 𝗱𝗲𝗿 𝗻𝗲𝘂𝗲𝗻 𝗦𝗮𝗰𝗵𝗹𝗶𝗰𝗵𝗸𝗲𝗶𝘁 – „Lichter! Autos! Menschen! Alles schnitt sich ineinander!“ Angeregt von einer „im Abenddämmern“ gemachten visuellen Großstadterfahrung des Autors Carl Mayer, zeigt der berühmteste „Querschnittfilm“ der Neuen Sachlichkeit dokumentarische Bilder Berlins, in einer rhythmischen Montage verdichtet zu einer Komposition aus Bewegung und Licht.
𝗭𝘄𝗲𝗶 𝗡𝗲𝘄 𝗬𝗼𝗿𝗸𝗲𝗿 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗻 𝗦𝗽𝘂𝗿𝗲𝗻 𝗶𝗵𝗿𝗲𝗿 𝗚𝗿𝗼ß𝗺𝘂𝘁𝘁𝗲𝗿 – A REAL PAIN erzählt die Geschichte der beiden recht ungleichen New Yorker Cousins David und Benji, die gemeinsam nach Polen reisen, um die Geschichte ihrer Familie zu erkunden. Der Trip ist ein Geschenk ihrer verstorbenen Großmutter, einer Holocaust-Überlebenden. Sie hatte mehrere Konzentrationslager überlebt. Die Beiden nehmen an einer geführte Erinnerungs-Tour durch teil und besuchen auch das KZ Majdanek: Die Orte jüdischen Lebens und der Shoah. Auch das Wohnhaus der Großmutter suchen sie auf.
𝗖𝗼𝗿𝗼𝗻𝗮, 𝗪𝗼𝗵𝗻𝘂𝗻𝗴𝘀𝘀𝘂𝗰𝗵𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗕𝗲𝗴𝗲𝗴𝗻𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 – In einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung hat Karsten sich eine Zuflucht vor der Stadt geschaffen. Doch war er so naiv, sie ohne festen Mietvertrag zu beziehen. Als der Immobilienverwalter Wennmacher beschließt, renovieren zu lassen, landet Karsten auf der Straße. Er aber bleibt entspannt und schmiedet einen Plan: Er packt seine Matratze in den Umzugswagen und macht ihn zu einem improvisierten Zuhause. Sophie und Miray sitzen im selben Boot und schließen sich Karstens nomadischem Lebensstil an.
𝗗𝗶𝗲 𝗦𝗰𝗵ö𝗻𝗵𝗲𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝘀𝗰𝗵𝘄𝘂𝗹𝗲𝗻 𝗛𝗼𝗼𝗸𝘂𝗽-𝗞𝘂𝗹𝘁𝘂𝗿 – Ein schwuler Mann lässt sich durch die Apartmentkomplexe Hongkongs treiben, von einem Sex-Date zum nächsten – und immer nimmt er dabei eine neue Identität an. Manchmal entsteht für einen Moment eine Verbindung, echte Intimität. Andere Male wird es hässlich. Jedes Mal studiert er sein Gegenüber genau und imitiert dessen Persönlichkeit beim nächsten Date. So ist er Schauspieler, Wissenschaftler, Architekt, Lieferant, Lehrer, immer auf der Suche.