Film und Gespräch: Breaking Social
Alle Gesellschaften basieren auf der Idee eines Gesellschaftsvertrags. Aber dann gibt es die Regelbrecher. Diejenigen, die Steueroasen nutzen und Gewinne erzielen, ohne der Gesellschaft etwas zurückzugeben.
Alle Gesellschaften basieren auf der Idee eines Gesellschaftsvertrags. Aber dann gibt es die Regelbrecher. Diejenigen, die Steueroasen nutzen und Gewinne erzielen, ohne der Gesellschaft etwas zurückzugeben.
Ü𝗯𝗲𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗜𝗻𝘁𝗲𝗻𝘀𝗶𝘁ä𝘁 𝗱𝗲𝘀 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻𝘀 𝗮𝗻𝗴𝗲𝘀𝗶𝗰𝗵𝘁𝘀 𝗱𝗲𝘀 𝗧𝗼𝗱𝗲𝘀 – Alles dreht sich um die Familie Lunies – die eigentlich schon lange keine Familie mehr ist. Erst als der Tod, dieser alte Bastard, auftaucht, begegnen sie sich wieder. Die 70-jährige Lissy Lunies (Corinna Harfouch) ist im Stillen erleichtert, dass ihr dementer Mann langsam dahinsiechend im Heim verschwindet. Doch ihre neue Freiheit währt nur kurz: Diabetes, Krebs, Nierenversagen und beginnende Blindheit lassen auch ihr selbst nicht mehr viel Zeit.
𝗩𝗶𝘀𝗶𝗼𝗻ä𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗳𝗿𝗶𝗲𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗷ü𝗱𝗶𝘀𝗰𝗵-𝗮𝗿𝗮𝗯𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁 – Jacob Israel de Haan, 1881 in einer orthodoxen jüdischen Familie in den Niederlanden geboren, war Dichter, sozialdemokratischer Jurist, Journalist und Aktivist. Frühe Bekanntheit erlangte er durch homoerotische Literatur, bevor er sich der zionistischen Bewegung zuwandte und 1919 nach Palästina zog. Nach Konflikten mit der zionistischen Führung schloss er sich der haredischen Opposition an, die einen jüdischen Staat ablehnte, und wurde schließlich deren Sprecher.
𝗥𝗮𝗼𝘂𝗹 𝗣𝗲𝗰𝗸 𝗲𝗻𝘁𝗱𝗲𝗰𝗸𝘁 𝗘𝗿𝗻𝗲𝘀𝘁 𝗖𝗼𝗹𝗲 𝗻𝗲𝘂 – Raoul Peck – Oscar-nominiert für „I Am Not Your Negro“ – kehrt mit einem preisgekrönten Dokumentarfilm auf die deutschen Leinwände zurück: In „Ernest Cole: Lost and Found“ erzählt er die bewegende Geschichte des südafrikanischen Fotografen Ernest Cole, dessen künstlerischer Nachlass, bestehend aus 60.000 Fotonegativen, 2017 in einem schwedischen Banksafe entdeckt wurde.
𝗕𝗲𝗴𝗲𝗴𝗻𝘂𝗻𝗴 𝘇𝘄𝗲𝗶𝗲𝗿 𝗔𝘂ß𝗲𝗻𝘀𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 𝗶𝗺 𝗘𝗻𝗴𝗹𝗮𝗻𝗱 𝗱𝗲𝗿 𝗧𝗵𝗮𝘁𝗰𝗵𝗲𝗿-Ä𝗿𝗮 – Anfang der 1980er-Jahre im beschaulichen Seebad Margate: Im Mittelpunkt steht Hilary, die als Kino-Managerin mit psychischen Problemen kämpft, sowie der neue Mitarbeiter Stephen, der davon träumt, diesem provinziellen Ort zu entkommen – einem Ort, an dem er aufgrund seiner Hautfarbe täglich Anfeindungen erfährt. Stephen möchte im Thatcher-England Architektur studieren, was für jemanden wie ihn in dieser Zeit nahezu aussichtslos erscheint.
𝗜𝗻 𝗭𝘂𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗻𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁 𝗺𝗶𝘁 𝗽𝗮𝘅 𝗰𝗵𝗿𝗶𝘀𝘁𝗶, 𝗠ü𝗻𝘀𝘁𝗲𝗿 – Stéphane Hessel wurde am 20.10.1917 in Berlin geboren und starb am 27.02.2013 in Paris. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Hessel, der Jude war, nach Frankreich. Dort kämpfte er in der Résistance gegen die deutsche Besatzung. 1944 wurde er verhaftet, zum Tode verurteilt und in das KZ Buchenwald deportiert. Dort begegnete er Eugen Kogon, der ihm das Leben rettete.
𝗘𝗶𝗻 𝗣𝗹ä𝗱𝗼𝘆𝗲𝗿 𝗳ü𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗔𝗻𝗲𝗿𝗸𝗲𝗻𝗻𝘂𝗻𝗴 𝗻𝗼𝗺𝗮𝗱𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻𝘀 – Ein sehnsuchtsvoller Blick auf eine leere Landstraße, die sich in die Ferne schlängelt – was bedeutet es, heute in Deutschland nomadisch zu leben? Wie wird man wahrgenommen, wenn das In-Bewegung-Bleiben wichtiger ist als Besitz oder sozialer Status? Und welchen Vorurteilen begegnen Menschen, die jenseits der 40-Stunden-Woche Erfüllung suchen?
𝗜𝗻 𝗭𝘂𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗻𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁 𝗺𝗶𝘁 𝗜𝗻𝗶𝘁𝗶𝗮𝘁𝗶𝘃𝗸𝗿𝗲𝗶𝘀 𝗡𝗮𝗵𝗢𝘀𝘁, 𝗠ü𝗻𝘀𝘁𝗲𝗿 – Liat wird am 7. Oktober 2023 von Mitgliedern der Hamas gewaltsam aus dem Kibbuz Nir Oz entführt. Kurz danach beginnt Brandon Kramer mit ihrer Familie die Ereignisse zu dokumentieren – mit offenem Ausgang. Er ist sehr nah dabei, wenn die Eltern Yehuda und Chaya versuchen, mit ihrer Angst umzugehen – oder im Austausch mit Behörden Einfluss auf das Schicksal ihrer erwachsenen Tochter und ihres Ehemanns zu nehmen. Yehuda fliegt mit Liats Sohn in die USA, um dort als US-Bürger Einfluss auf die Politik zu nehmen.
𝗔𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝘂𝗰𝗵𝗲 𝗻𝗮𝗰𝗵 𝗱𝗲𝗿 𝗠𝘂𝘁𝘁𝗲𝗿 – 𝗝𝗔𝗖𝗞 ist zehn Jahre und noch nicht lange im Heim. Es ist Sommer. Die Vorfreude auf die Ferien ist groß. Doch am letzten Schultag wird er nicht abgeholt. Seine Mutter Sanna (26) ruft an und vertröstet ihn. Jack bleibt mit Danilo und den Erziehern allein zurück. Es kommt zum Streit, bei dem er seinen Mitbewohner verletzt. Verängstigt läuft er nach Hause, um Schutz bei seiner Mutter zu suchen. Doch niemand macht ihm die Tür auf. Sanna ist nicht da.