Die Investitionen von China in Afrika

Vor der starken Ausweitung des chinesischen Engagements auf dem afrikanischen Kontinent ist in der Zeit von 1965 bis 2004 die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara von 17,1 % des Welt-Durchschnitts auf 9,7 % gefallen, dies trotz einer Entwicklungshilfe von 600 Milliarden Dollar. Dreiviertel aller heute aktiven Fabriken in Afrika hat es vor zehn Jahren noch nicht gegeben. 

Zur Dimension der chinesischen Aktivitäten:
Von 60 Milliarden Dollar in 3 Jahren sind 15 Milliarden Dollar als Hilfen und zinslose Kredite von chinesischer Seite vorgesehen. Mit einem Handelsvolumen von 170 Milliarden Dollar hat China die USA als wichtigsten Handelspartner übertroffen. Gegenüber den von China eingesetzten Mitteln fehlen dem Westen die finanziellen Möglichkeiten für ein vergleichbares Engagement. China hat außerdem zehntausende Stipendien an afrikanische Studierende vergeben. Die meisten Smartphones auf dem afrikanischen Kontinent werden von Transsion aus Shenzhen verkauft. 

Ziele der chinesischen Aktivitäten:
Befriedigung wirtschaftlicher, militärischer und politischer Interessen. D. h. Beschäftigung chinesischer Firmen, Einrichtung von Militärbasen und Waffenverkäufe und Beweissicherung, dass ein autoritäres Regime wie China effektiver ist als ein westliches Regime.

So funktioniert das chinesische Engagement:
Es werden sowohl Großprojekte bis hin zu ganzen Stadtteilen mit staatlichen chinesischen Krediten gefördert, als auch staatliche chinesische Absicherungen klein- und mittelständischer Unternehmungen vorgenommen. Hierdurch entstehen Wettbewerbsvorteile gegenüber westlichen Firmen. Auch gibt es Joint ventures. Die staatlichen Kredite sind meist daran geknüpft, dass chinesische Firmen die Infrastrukturprojekte ausführen. 

​​​​​​​Koordination der chinesischen Aktivitäten:
FOCAC-Gipfel, umgangssprachlich China-Afrika-Gipfel, finden alle drei Jahre statt.

Kritik am chinesischen Engagement:

  1. Austausch von chinesischen Waren gegen Rohstoffe (Neokolonialismus).
  2. Rückgang der einheimischen Produktion (Textil- und Lederindustrie)
  3. Abhängigkeit von chinesischen Krediten. 
  4. Verlagerung der chinesischen Produktion in Niedriglohnländer (wie Afrika)
  5. Starkes Handelsbilanzdefizit zugunsten Chinas.
  6. China weigert sich, die Richtlinien des Development Assistance Committee der OECD zu erfüllen.
  7. Die afrikanischen Länder dürfen Taiwan nicht anerkennen, was dazu geführt hat, dass mittlerweile nur 3 kleinste afrikanische Staaten noch Taiwan anerkennen. 

Mögliche moralische Forderungen:
Die regierenden Parteien und Eliten in Afrika sollten zu einer überzeugenden Legitimierung ihrer Herrschaft aufgefordert werden. Diese könnten sie, auch in Vorstudien demokratischer Idealformen, insbesondere mit angemessenen Budgets für Erziehung, Gesundheit und Sozialwesen sowie durch Abbau von Korruption und Geldwäsche unter Beweis stellen.
Auf dem letzten FOCAC-Gipfel forderte Jacob Zuma aus Südafrika, dass sich Chinas Afrikainvestitionen weg von der Ressourcenakquise hin zu mehr Nachhaltigkeit entwickeln sollten.

Dieser Artikel beruht auf einer Internetrecherche unter Nutzung folgender Quellen:
wikipedia.de, zeit.de, scharf-links.de, faz.net, wiwo.de, zdf.de, nzz.ch.

Autor*in
Dr. Jürgen Kemper

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