Gaëlle Bélem erzählt in ihrem biografischen Roman "Die seltenste Frucht" die Geschichte des kreolischen Sklaven Edmond Albius. Er hat im 19. Jahrhundert auf der französisch kolonisierten Île Bourbon gelebt und Erstaunliches geleistet: Im Alter von 12 Jahren erfand er ein Verfahren zur Bestäubung der Vanille, die daraufhin in aller Welt kultiviert und als das beliebteste aller Aromen gefeiert wurde. Die Autorin, die für ihre schillernde und humorvolle Sprache und die Authentizität ihrer Figuren ausgezeichnet wurde, lenkt den Blick auf die Geschichte ihrer Heimat La Réunion. Sie war geprägt von Rassismus und der Unterdrückung der Schwarzen Menschen, deren Talente und Erfolge systematisch aberkannt wurden. Edmond ist ihr Stellvertreter: Viele wurden reich an der seltensten Frucht, er starb in Armut.
Julia Braun führt das Gespräch mit der Autorin auf Französisch und übersetzt es ins Deutsche. Gudrun Honke liest Auszüge aus dem Roman.
Gaëlle Bélem, geboren 1984 in Saint-Benoit auf La Réunion, ist eine französische Autorin, Lehrerin und Journalistin. "Die seltenste Frucht" wurde von der New York Times in die Liste der 100 wichtigsten Bücher des Jahres 2025 aufgenommen.
Gaëlle Bélem lebt und arbeitet auf La Réunion und setzt sich in ihren Werken mit den sozialen Realitäten und der kulturellen Identität ihrer Heimat auseinander.
Eintritt: frei, um eine Spende wird gebeten.
Mehr Informationen: https://afrikanische-perspektiven.de