„Wir verlangen u.a. den Kommunismus“ Revolution und Räterepublik in Bayern 1918/1919

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„Wir verlangen u.a. den Kommunismus“  Revolution und Räterepublik in Bayern 1918/1919

Eine Erkundung in Texten, Bildern und Tönen
von Michael Sturm

„Die Entscheidung ist gefallen. Baiern ist Räterepublik“. So lauteten die ersten Sätze der Plakate, die am 7. April 1919 überall in München an Häuserwänden und Litfaßsäulen klebten. Bereits fünf Monate zuvor, am 7. November 1918 hatten demonstrierende Arbeiter_innen und Soldaten die Monarchie in Bayern gestürzt. Vor allem München entwickelte sich in den folgenden Wochen zu einem Zentrum revolutionärer und emanzipatorischer Utopien und ihrer unterschiedlichen Protagonist_innen. Mit der Ausrufung der Räterepublik verband sich die Hoffnung  diese Utopien  - die etwa von den Schriftstellern Erich Mühsam, Ernst Toller und Gustav Landauer sowie von vielen kaum mehr bekannten oder nie bekannt gewordenen Frauen und Männern formuliert worden waren, zu verwirklichen. Der „beginnende Abschied vom fluchwürdigen Zeitalter des Kapitalismus“, wie es auf dem Plakat hieß, schien für einen kurzen historischen Moment zum Greifen nah. Anfang Mai 1919 wurde die Räterepublik jedoch von Regierungstruppen und extrem rechten Freikorps brutal niedergeschlagen. Der wegen Hochverrat angeklagte Ernst Toller erklärte hingegen vor dem Standgericht: „Die Revolution gleicht einem Gefäß, gefüllt mit dem pulsierenden Herzschlag der Millionen arbeitender Menschen. Nicht eher wird der revolutionäre Geist tot sein, als bis die Herzen dieser Menschen aufgehört haben zu schlagen.“ Die Veranstaltung möchte mit zeitgenössischen Texten, Bildern und Tönen an den revolutionären Geist, der damals in München wehte erinnern.     

 

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