Flüchtlingslager schließen - Solidarität statt Abschottung - Kreative Protestaktion am Aasee

Münster. 50 Menschen setzten am Samstagnachmittag am Aasee in Münster ein sichtbares Zeichen für eine Evakuierung der Flüchtlingslager an der EU-Außengrenze und im Inland sowie für die Aufnahme geflüchteter Menschen angesichts der Corona-Krise. Die Teilnehmenden der Protestaktion standen aus Gründen des Infektionsschutzes mit Mundschutz einzeln in jeweils 100m Abstand. Auf den mitgeführten Schildern standen Slogans wie "In den Flüchtlingslagern ist jeden Tag Großveranstaltung. Solidarität statt Abschottung".

Karin Mäufer vom Bündnis gegen Abschiebungen erklärte aus Anlass der Aktion: "Aufgrund der Tragödie am Osterwochenende, als drei Schiffe mit Geflüchteten in Seenot geraten sind und das Rettungsschiff Alan Kurdi daran gehindert wurde, die Geretteten von Bord zu lassen, ist die Forderung zur Aufnahme Geflüchteter, zur Schließung von Lagern und zum Ende der Abschottung aktueller denn je."

Die drei Initiativen Bündnis gegen Abschiebungen, Seebrücke Münster und Münster - Stadt der Zuflucht hatten die Aktion gemeinsam organisiert. "Was wir immerhin tun können, ist die Situation der Menschen in den Lagern wahrnehmen und in der Öffentlichkeit durch Aktionen wie diese zeigen, dass die Sorge um die Geflüchteten zur gesellschaftlichen Solidarität mit dazugehört", so Christiane Berg von Münster - Stadt der Zuflucht.

Stephan Lütke Hüttmann von der Seebrücke Münster äußerte sich zufrieden: "Viele Rückmeldungen von Passant*innen waren sehr positiv. Das zeigt uns, dass kreative Aktionen wie diese wichtig sind. Es bleibt notwendig, trotz Kontaktsperre öffentlich auf die Auswirkungen der Corona-Krise für geflüchtete Menschen aufmerksam zu machen. Kein Mensch ist sicher, bevor nicht alle sicher sind. Deshalb kommt es gerade jetzt auf Solidarität an."

Autor*in
Bündnis gegen Abschiebungen, Seebrücke Münster und Münster - Stadt der Zuflucht