Hanau Gedenkdemonstration am 21. Februar 2026

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Am 19. Februar 2026 jährt sich der rassistische Anschlag in Hanau zum sechsten Mal.

Demonstration am Samstag, den 21. Februar 2026 um 13 Uhr
Start: Hauptbahnhof Münster

 

Hanau ist kein Einzelfall. Widerstand überall.

Ibrahim Akkuş. Dieser Name reiht sich nun, knapp sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau, in die Liste der Toten ein. Zusammen mit Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov und Gabriele Rathjen, der Mutter des Täters. Er ist das elfte Opfer eines der schwersten rassistischen Attentate in Deutschlands jüngerer Geschichte. Jeder dieser Namen steht für Träume und Wünsche, Freunde und Familie, Liebe und Hoffnung, für individuelle Lebensgeschichten. Und doch eint sie alle eins: Sie wurden viel zu früh, vorsätzlich, durch die Hand eines Rechtsextremisten aus dem Leben gerissen. Ermordet aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft. Ein einzelner Mensch hat seinen mörderischen Hass in die Tat umgesetzt, aber hinter diesem einen Menschen stehen Jahrzehnte der rassistischen Hetze und der Stigmatisierung durch Staat und breite Teile der Gesellschaft.

Ihr Tod hat bei Vielen für Trauer und Wut gesorgt. Trauer um die Ermordeten, Mitgefühl mit ihren Angehörigen und Wut auf den Täter, seine ideologischen Wegbereiter und den deutschen Staat, der erneut bewiesen hat, dass er kein Interesse daran hat, rassistisch verfolgte Bürger zu schützen. Den Rassismus hat der Staat selbst unmittelbar verbreitet und gefördert, durch eine rassistische Migrations- und Asylpolitik und einen begleitenden Diskurs, der Abschiebungen, Aufnahmestopps und Grenzregime rechtfertigen soll. Besonders antimuslimischer Rassismus wird vom Staat zunehmend bedient, um die Gesellschaft zu spalten und von den eigenen Fehlern abzulenken.

Schaut man sich die schier endlose Liste an Versäumnissen und Fehlern der Behörden in der Tatnacht und danach an, so bleibt einem nichts übrig als die Polizei und das Innenministerium der Beihilfe wenn nicht sogar der Mittäterschaft schuldig zu sprechen. Nicht durchkommende Notrufe, verriegelte Notausgänge und rechtsextreme Polizeibeamte im Einsatz, bilden nur die Spitze eines Eisbergs der Komplizenschaft. 

Der Staat und seine Polizei werden uns nicht schützen. Wir müssen deshalb selbst anfangen, dem Rechtsextremismus, seinen Wegbereitern und seinen Vollstreckern entgegen zu treten. Das können wir tun, indem wir Solidaritätsstrukturen aufbauen, uns gegenseitig schützen und Widerstand leisten.

Unsere Solidarität und Erinnerung werden sie uns nicht nehmen können, unseren Widerstand nicht brechen, egal wie viele sie einsperren oder ermorden. Wir werden weiter für Gerechtigkeit kämpfen. Schon bald werden die Namen der Täter vergessen sein, die unserer Brüder und Schwestern jedoch werden für immer in unseren Herzen und Köpfen bleiben. Von Trauer zu Wut zu Widerstand! 

Bündnis 6 Jahre Hanau

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