Der dritte Termin der geographischen Diskussionsreihe „Umkämpfte Räume“ der AG Kritische Stadtgeographie gemeinsam mit dem studentischen AK Kritische Geographie setzt sich zusammen aus einem Vortrag durch Tabea Latocha (Bauhaus-Universität Weimar) zum Thema "Wohnen zwischen Akkumulation und Reproduktion. Eine feministische Betrachtung" und einer anschließend Diskussion mit den Organisator*innen vom AStA Wohnraum-Camp.
Der Vortrag greift Überlegungen zu einer Feministischen Politischen Ökonomie des Wohnens auf und fragt danach, wie sich die Kommerzialisierung von Wohnraum und seine Steuerung durch die Finanzmärkte im Alltag von Mieter*innen auswirken. Am Beispiel einer ehemals gemeinnützig verwalteten Arbeiterwohnsiedlung in Frankfurt am Main wird gezeigt, wie Wohnraum zu einer Ware auf dem Finanzmarkt geworden ist und welche Folgen dies für Care-Arbeit, subjektive Wahrnehmungen und die Entstehung sozialer Kämpfe hat. Diskutiert wird, wie Entfremdung, Erschöpfung und Verdrängungsdruck entstehen und warum es Mieter*innen unter diesen Bedingungen oft schwerfällt, sich kollektiv zu organisieren, obwohl sich die Wohnungsfrage weiter zuspitzt.
Vor diesem Hintergrund berichtet das AStA Wohnraum-Camp, inwiefern sie als lokale Bewegung solidarische Unterstützung auf einem angespannten Wohnungsmarkt leisten und dabei feministische Perspektiven einbringen.