Autonome Frauen-/Lesbenarchive und ihre Geschichte - Projektvorstellung und Zeitzeuginnengespräche

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Das Bochumer Frauenarchiv ausZeiten lädt gemeinsam mit dem LWL-Archivamt zur Projektvorstellung und Gesprächsrunde zur Geschichte autonomer Frauen-/Lesbenarchive in Westfalen ein. Linda Unger stellt dazu das Projekt „ausZeiten und 30 Jahre feministische Archivgeschichte in Westfalen – eine Spurensuche“, gefördert von der LWL-Kulturstiftung vor. Anschließend steht die Schwarze Witwe, das Frauen-Lesbenarchiv Münsters (1986-2020) im Mittelpunkt – in einer Gesprächsrunde mit Zeitzeuginnen und ehemaligen Aktiven, Gründerinnen und Betreiberinnen. Auch gegenwärtige Aktivitäten der ehemaligen „Witwen“ kommen zur Sprache. Und: Wie geht es mit der feministischen und queeren Archivarbeit in Münster zukünftig weiter? Neben der Gesprächsrunde gibt es Musik, eine Lesung und eine Ausstellung über die Geschichte der Schwarzen Witwe.

Zur besseren Planung der Veranstaltung wird um eine Anmeldung bei ungeratauszeiten-frauenarchiv.de gebeten.

Zur Schwarzen Witwe: 1985 organisierten die StudentInnen-Gruppen der Unabhängigen Linken die erste Volksuni Münster. Dort trafen sich 10 Studentinnen in einer Arbeitsgruppe und beschlossen, die Autonome FrauenForschungsStelle zu gründen. In der Schwarzen Witwe im c.u.b.a. (Achtermannstrasse) trafen sich ab 1986 zahlreiche Frauengruppen, nutzen den Raum für ihre Arbeitsorganisation und richteten, wie die aktiven Mitglieder der Schwarzen Witwe, Veranstaltungen aus. In der Schwarzen Witwe wurden auch universitäre Symposien abgehalten, denn die Schwarze Witwe engagierte sich für die Einführung von Frauenforschung, heute Genderforschung genannt, und die Frauenforschungsprofessur an der Uni Münster und darüber hinaus. Daneben förderten und unterstützten sie Studentinnen und führten selbst Forschung durch, z.B. zur Frauengeschichte, und bauten außerdem das Frauen/Lesbenarchiv und die -Bibliothek auf. Der Archivbestand präsentierte Zeitschriften der Frauen- und Lesbenbewegung, Zeitungsausschnitte, Referate, Examensarbeiten, Broschüren, Bücher, Flugblätter, Poster, ‘Graue Literatur’. Zudem bewahrte das Archiv die Akten und Aufzeichnungen der Mitarbeiterinnen der Schwarzen Witwe auf. Sie boten permanente Besuchs-, Ausleih- und Gesprächsöffnungszeiten an. 2006 wurde aus der Schwarzen Witwe die D.I.W.A.. Die Abkürzung stand für Dokumentation– Information– Wirkung– und Austausch. Da die Förderung durch die Stadt Münster 2011 abbrach, mussten die Räume verkleinert werden. Ein wichtiger Fokus der Arbeit von D.I.W.A. war bis zu ihrer Schließung 2020 die Gesundheitsberatung sowie die interkulturelle Beratung.