cuba kultur präsentiert ein Runde Ecken und JazzToday Spezial:
Runde Ecken-Reihe: AG/BC und OPPUGN
Improvisation, Resonanz, Konfrontation: Das Runde Ecken-Festival in diesem Jahr als Reihe. Den Start machen das Quartett AG/BC und das Duo OPPUGN.
Ein Abend, zwei Sets, vier Handschriften – und ein gemeinsamer Nenner: die Lust am offenen Klang. Dieses Doppelkonzert bringt internationale Improvisationskunst und lokale Szenepraxis in einer spannungsvollen Dramaturgie zusammen. Den Auftakt gestaltet das Duo aus Martin Küchen und John Hughes.
Küchen, 1966 in Schweden geboren, ist eine prägende Figur der europäischen Improvisationsszene. Mit einem Instrumentarium vom Sopranino- bis zum Baritonsaxophon bewegt er sich zwischen Jazz, Noise, Komposition und Klanginstallation. Seine Arbeiten reichen von internationalen Tourneen bis hin zu Musik für Film, Theater und Poesie, unter anderem mit Projekten wie Trespass Trio, Angles 9 oder All Included.
An seiner Seite: John Hughes, 1972 in Rochester, New York geboren, ein Kontrabassist mit tiefen Wurzeln in der amerikanischen und europäischen Improvisationsszene. Seit vielen Jahren in Hamburg lebend, verbindet er präzises Spiel mit großer Offenheit. Hughes ist in zahlreichen Formationen aktiv – von Duo- bis Großensemblekontexten – und engagiert sich darüber hinaus als Kurator und Vermittler, etwa beim Blurred Edges Festival. Im Duo treffen zwei eigenständige Klangsprachen aufeinander: dicht, suchend, kommunikativ.
Im zweiten Set erweitert sich der Raum: Simon Camatta, Philipp Buck, Marc-Stefan Andres und Michael Göring formieren sich zu einem Quartett, das Improvisation als kollektiven Prozess versteht.
Simon Camatta, international gefragter Improvisations- und Jazzschlagzeuger und Absolvent der Folkwang UdK Essen, ist bekannt für seine abendfüllenden Solo-Performances ebenso wie für interdisziplinäre Arbeiten an ungewöhnlichen Orten. Ob mit freien Tanzkompanien, im Theater oder in Projekten wie „Schlagzeug trifft Leinwand“ – Camatta erweitert kontinuierlich den Raum dessen, was Schlagzeug sein kann. Zudem kuratiert er eigene Festivals und lebt in Essen.
Philipp Buck, Schlagzeuger, Komponist und Kurator der Reihe „JazzToday“ in der BLACK BOX im cuba wurde in Berlin geboren und studierte Jazzschlagzeug. Buck denkt Musik als Material: Er setzt, stellt und legt Töne in Reihenfolge, zerlegt sie in Einzeltöne und baut sie neu zusammen. In seiner Werkstatt wird Klang geformt, zerstört, repariert – gerade und ungerade, abstrakt und empfindsam zugleich. Seine Musik wirkt wie akustische Architektur, in der feinste Partikel aufgewirbelt und neu angeordnet werden.
Die Gitarristen Marc-Stefan Andres und Michael Göring arbeiten seit Jahren zusammen und entwickeln in ihrem Zusammenspiel dichte Klanglandschaften: mit Effekten, Loops und Wiederholungen, die sich langsam verschieben oder abrupt brechen. Mal entstehen fragile, melodische Strukturen, mal rohe, verstörende Texturen. Zufall und Kontrolle stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander.
Gemeinsam entsteht ein offenes Gefüge, das sich im Moment formt – ein zweites Set, das bewusst keine festen Grenzen kennt, sondern Übergänge schafft: zwischen Geräusch und Ton, zwischen Individuum und Kollektiv.
Ein Abend für alle, die Musik nicht als fertiges Produkt hören wollen, sondern als Prozess.
Besetzung:
OPPUGN
Martin Küchen – Saxophon
John Hughes – Bass
AG/BC
Marc-Stefan Andres – Gitarre
Michael Göring – Gitarre
Simon Camatta – Schlagzeug
Philipp Buck – Schlagzeug
Preisinformation:
15€ Normalpreis, 10€ Ermäßigt, unter 20 Jahren ist der Eintritt frei