Derr Dokumentarfilm begleitet eine bi-nationale Familie über einen Zeitraum von mehreren Dekaden. Zu einer Zeit, als Ehen zwischen Afrikaner:innen und Europäer:innen noch die große Ausnahme waren, heiratete die Wuppertalerin Hanna Lamm in den 1950ern ihren Mann Joseph Adomako und folgte ihm ein paar Jahre später, nach der Unabhängigkeit der Goldküste, ins neue Ghana. Von Migration sprach man damals nicht. Doch das Thema Migration begleitet die Familie bis heute.
Regie: Christoph Felder, Deutschland 2022, 95 min., FSK o.Ang., Deutsche Originalversion
Zu Beginn der Beziehung droht eine Mutter in Ghana mit einem Hungerstreik, weil ihr Sohn eine weiße Frau heiraten möchte. Doch kaum ist das erste Enkelkind da, verschwinden alle Bedenken. Im Gegenteil, die junge Familie muss schnell von England nach Ghana umsiedeln, damit die Großeltern das Enkelkind regelmäßig sehen können. Auf deutscher Seite sieht sich eine andere Mutter mit einem „exotischen“ Schwiegersohn konfrontiert. Sie muss damit klarkommen, lange vor WhatsApp und Skype, dass ihre Tochter das heimische Wuppertal für ein sehr fernes und fremdes Afrika verlassen hat, wo ein Wiedersehen so schnell nicht möglich sein wird.
Gemeinsam mit dem Dokumentar-Filmemacher Christoph Felder habe ich über einen Zeitraum von fast 20 Jahren an diesem universellen und gleichzeitig sehr persönlichen Film gearbeitet. Die Idee keimte noch viel früher – vor knapp 40 Jahren, als ich von Ghana nach Deutschland kam. Gut Ding will Weile haben.
Meine Familiengeschichte beginnt in Afrika und Europa. Heute lebt meine Familie in England, Deutschland und Ghana, mit Storylines bis in die USA. Eine Geschichte, die Generationen spannt und die so persönlich wie universell ist. Und eine Geschichte die, obwohl sie vor über sechzig Jahren ihren Anfang nahm, bis heute an Aktualität nichts verloren hat.
Premiere hatte der Film zeitgleich in Neu Zeeland und in Dortmund am 30. Oktober 2022.