Am Donnerstag, dem 11. Juni 2026, lädt das Fanprojekt FANport Münster um 19:30 Uhr zu einer Infoveranstaltung mit dem Sporthistoriker und FIFA-Kritiker Dietrich Schulze-Marmeling in die Buchhandlung Schatzinsel (Spiekerhof 2) ein. Thematisch geht es um die anstehende Fußball-WM der Männer.
Eine aktuelle Doku auf „Phoenix“ über die WM in Mexiko, USA und Kanada trägt den Untertitel: „Grün ist hier nur der Rasen“. Und das stimmt: Die WM mit dem größten Teilnehmerfeld aller Zeiten und mit den meisten Spielen produziert den größten CO2-Ausstoß, den je eine WM produziert hat. Klima? Egal! Hiergegen regt sich Widerstand. Die Großveranstaltung wird von Vielen als basisferne Propagandashow wahrgenommen, die den Regierenden nützen soll. Die hohen Ticketpreise zeigen, dass nicht jede:r bei den Spielen erwünscht ist.
In Mexiko ist eine veritable Soziale Bewegung gegen den „Raub“ („Despojo“) entstanden: „Die FIFA gewinnt, Mexiko verliert“ fasst ein Slogan die ökonomischen und ökologischen Kosten zusammen, die die einfache Bevölkerung tragen muss. Neben dem hohen Wasserverbrauch und der ungerechten Verteilung dieser knappen Ressource wird auch der Umstand kritisiert, dass viele WM-Tourist:innen in AirBnB-Unterkünften untergebracht werden, aus denen zuvor massenhaft Menschen „entmietet“ wurden.
Dauerthemen, wie das der „Verschwundenen“ – in Mexiko sind aktuell mindestens 130.000 Menschen als vermisst gemeldet -, oder die zahllosen Morde an Frauen („Femizide“) und die Untätigkeit staatlicher Behörden kommen zur WM-Kritik an der Regierung mit auf die Tagesordnung. Und schließlich finden schon seit Monaten Razzien gegen Migrant:innen und Arme in den Innenstädten der Austragungsorte Guadalajara, Mexiko-Stadt und Monterrey statt. Die Gentrifizierung (Inwertsetzung) der Innenstädte vertreibt Menschen – zu Zeiten von Sportgroßveranstaltungen umso intensiver. Dies ist übrigens der Grund, weshalb die Menschen in Hamburg sich kürzlich gegen eine Austragung der Olympiade entschieden haben. Wer möchte schon mehr Miete zahlen oder seine Wohnung verlieren?
Und in den USA? Bisher waren Proteste von Gewerkschaften wahrzunehmen, da Beschäftigte an den WM-Standorten zu besonders üblen Bedingungen arbeiten mussten – aufgrund der Verträge mit der FIFA. Und von der Behörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICE), die mit der Internierung und Abschiebung von vermeintlich „illegalen“ Migrant:innen beschäftigt ist, werden mit der WM verschärfte Kontrollen bis hin zu Menschenrechtsverletzungen befürchtet.
Und Kanada? Hier ist es noch verhältnismäßig ruhig. Aber aufgrund der Entfernungen zwischen den Austragungsorten stellt die WM ein erhebliches ökologisches Problem dar.
Die Veranstaltung wird gestreamt. Infos auf https://www.fanport-muenster.de/