Sibir
Sabrina Janesch liest aus ihrem Roman Sibir. In der Aussiedler*innen-Geschichte erzählt sie von zwei Kindheiten im 20. Jahrhundert. Einmal zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Zentralasien. Und einmal fünfzig Jahre später in Norddeutschland. Furchterregend klingt das Wort, das der zehnjährige Josef Ambacher aufschnappt: Sibirien. Die Erwachsenen verwenden es für alles, was im fernen, fremden Osten liegt. Dorthin, nach Kasachstan, werden 1945 Hunderttausende deutscher Zivilisten von der Sowjetarmee verschleppt, unter ihnen auch Josef.
